Presseecho Seite 1 >> Presseecho Seite 2


  • Kölnische Rundschau 29. 08. 08

    Es geht voran für Gino (I.) und Noah (r.). Wenn auch auf ungewohnte Art und Weise. (Foto: Denzer)

    Initiative zeigen

    Großes Fest zur Umgestaltung des Bolzplatzes- „Kinder sehen Lindweiler"

    »Die Mühe der Lindweiler Bürger hat sich gelohnt..«
    HANS-JOSEF SAXLER
    Geschäftsführer Lino-Club

  • Bolzplatz Lindweiler
  • Bolzplatz Lindweiler

 

 

Von RENE DENZER

LINDWEILER. „Auf die Plätze, fertig, los". Das Startzeichen für Gino und Noah, die beiden Achtjährigen legen los. Doch gestaltet sich das Wettrennen der beiden Freunde schwierig, stecken ihre Beine doch in ei­nem Sack; Noah hat als erstes die Wende hinter sich und kann seinen Vorsprung ins Ziel retten. ,Was .jetzt? Noch mal?", fragt Noah. „Nein, laß uns lieber zur Nestschaukel", lautet Ginos Antwort.

Auf dem Lindweiler Bolzplatz zwischen dem Marienberger und Korber Weg ist es proppenvoll, aus den Lautsprechern ertönt der Fööss-Hit „Pänz, Pänz, Pänz". „Einmal im Jahr findet zum Weltkin­dertag auf dem Bolzplatz ein großes Kinder- und Spielefest statt", berichtet Angelika Klauth vom Veranstalter Soziales Zentrum Lino-Club. Doch in diesem Jahr gab es mehrere Gründe zu feiern. Es war auch die Auftaktveranstaltung des neu gegründeten Kinder- und Jugendforums Chorweiler sowie die Vorstellung der Umgestaltung des Bolzplatzes,

So präsentierte das Forum die Ergebnisse der Projektwoche der Grundschule Soldiner Straße. „Das Thema war Kinder sehen Lindweiler'", erläutert der Geschäftsführer des Sozialen Zentrums Lino-Club, Hans-Josef Saxler. Dazu haben sich die Kinder ihren Stadtteil etwas näher angeschaut, Mißstände mit Fotos dokumentiert und ihre Ergebnisse zusammengetragen.

So bedauert der neunjährige Alexander, daß es vor Ort kein Schwimmbad gibt. Außerdem findet er, daß zu viel Müll herumliegt. »Deswegen müssen mehr Mülltonnen her", so seine Forderung. Kimberly (8), wünscht sich „mehr Blumen und Bäume". Ihr geht es auf den Geist, daß die „Wände so beschmiert sind" und möchte sie am liebsten alle neu streichen lassen. Daß die Häuser und überhaupt der ganze Stadtteil schöner werden muss, finden auch die achtjährigen Janina und Unala.

as Kinder- und Jugendforum soll dabei helfen, daß Kinder ihre Umwelt und ihr direktes Umfeld aktiv betrachten", erläutert Klauth. Heranwachsende lernen so, ihr Mitspracherecht in Anspruch zu nehmen. Außerdem würden sie so befähigt, an demokratischen Prozessen mitzuwirken.

Die Lindweiler identifizieren sich auch mit dem Bolzplatz. „Dies ist der zentrale Platz im Stadtteil", sagt Saxler. Aber auch mit einer der hässlichsten. Grauer Beton, meterhohe Zäune, und der abgegrenzte Platz zum Verweilen neben der Spielfläche, laden nicht wirklich zum Verweilen ein. Doch auch hier soll sich etwas tun. Über den Bürgerhaushalt ist nun die Umgestaltung beschlossen worden. „Die Mühe der Lindweiler Bürger hat sich hier gelohnt", findet Saxler. Die Stadt habe 255 000 Euro bewilligt, im Herbst soll mit der Planung begonnen werden. Das Soziale Zentrum Lino-Club steht dabei der Stadt zur Seite. Wichtig sei aber, daß die Initiative von den Bewohnern des Stadtteil ausgeht. „Unser Ziel ist es, den Platz so zu gestalten wie ihn sich die Bürger wünschen."

Zum Auftakt der Bürgerbeteiligung startete das Soziale Zentrum am Festtag eine Malaktion, bei der die Kinder ihre Wünsche äußern konnten. Und die hatten schon konkrete Vorstellungen, wie „ihr" Platz in Zukunft aussehen soll: Rutschen, Schaukeln, eine Seilbahn, ein Rasen, auf dem besser Fußball gespielt werden kann, sind nur einige Ideen. „Der Platz soll für Jungs und Mädchen was bieten", findet die zehnjährige Ipekmur Alacicek, die sich für den Sommer eine Wasserrutsche wünscht.

-----------------------------------------------------------------------------------

 

  • Kölner Stadt-Anzeiger - Nr. 225 - Donnerstag, 25. September 2008

    Die „ Weltenschaukel" war sehr beliebt bei den kleinen Besuchern der Aktion des Lino-Clubs. BILD: GÖRTZ

    Kinder dürfen mitplanen

    Startschuß zur Umgestaltung des Bolzplatzes im Zentrum Lindweilers Die Stadt stellt rund 255 000 Euro für die Umgestaltung der öden Betonfläche bereit.
    » Das ist eine große Chance.« HANS-JOSEF SAXLER Geschäftsführer Lino-Club

  • Bolzplatz Lindweiler
  • Bolzplatz Lindweiler


 

 

VON OLIVER GÖRTZ
Lindweiler - Fröhliches Kinder-Ge­kreische schallt aus der großen, aus Weiden geflochtenen Kugel, die über dem Bolzplatz in Lindweiler hin und her schwingt. Die Kleinen sind durch ein Loch von unten in den etwa drei Meter breiten Korb, der an einem Seil hängt, gekrabbelt, lassen die Beine durch die Einstiegsluke baumeln und werden wild geschau­kelt. „Weltenkugel" heißt das Gerät passenderweise, denn das Soziale Zentrum Lino-Club hat den überdi­mensionalen Korb für ihre Aktion zum Weltkindertag aufgestellt.
Rund 400 Besucher feierten das Er­eignis.
„Viele Menschen in Lindweiler kommen wegen der schlechten An­bindung an öffentliche Verkehrs­mittel eher selten aus dem Stadtteil heraus. Deshalb veranstalten wir das Fest hier vor Ort", sagt Lino-Club-Chef Hans-Josef Saxler. Neben der riesigen Korb-Kugel, an der sich lange Warteschlangen bilden, kön­nen die Kinder sich noch mit vielen weiteren Spielen vergnügen, und gratis Kuchen essen.
Die Feier ist aber gleichzeitig auch der Startschuss zur Umgestal­tung des Bolzplatzes zwischen Marienberger und Korber Weg. Denn das Herz von Lindweiler, der einzi­ge zentrale Platz des Stadtteils, hat noch nicht mal einen Namen und ist eine trostlose Betonfläche mit rostigen Fußballtoren darauf, umgeben von meterhohen Metallzäunen. „Wie im Gefängnis", kommentiert Saxler. „Die Stadt hat bereits 255 000 Euro für die Neugestaltung zugesagt", erklärt Angelika Klauth, Assistentin der Lino-Geschäftsfuhrung. Der Vorschlag, den Platz at­traktiver zu gestalten, stammt aus dem „Bürgerhaushalt", dem der Stadtrat zustimmte. Nun sollen die Lindweiler Anwohner ihre Vorstel­lungen vom künftigen Aussehen der Fläche einbringen. Viele Kinder ha­ben dies bereits getan. Bei einer Mal-Aktion während des Weltkindertags-Festes zeichnen sie ihre Ideen auf Papier-Grundrissen des Platzes ein. Rutschen sind dort oft zu sehen, Schaukeln, Bänke, vor allem aber das, was der Asphaltwüste so dringend fehlt: Bäume, Sträucher, Wiesen.
„Das ist eine große Chance für den Platz - und damit für Lindweiler", sagt Lino-Geschäftsführer Saxler. Deshalb koordiniert das So­ziale Zentrum die Bürgerbeteili­gung, sammelt Anregungen und wird Anwohner-Versammlungen und Informationsabende zum The­ma organisieren. Gestaltungsvorschläge können eingereicht werden unter der Telefonnummer 79 82 67. Hier gibt es auch weitere Informationen.
www.lino-club.de

Träger: Soziales Zentrum Lino-Club.e.V • Unnauer Weg 96a • 50767 Köln
zum Seitenanfang